FAQ | Schonende Kieferchirurgie

Dr.Dr. Georgios Mistakidis, Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie,
beantwortet Ihre Fragen:

Weisheitszähne

  1. Hat jeder Mensch Weisheitszähne?
    Nein, nicht unbedingt. Es gibt Menschen die haben alle vier, manche weniger und wieder andere besitzen gar keine Weisheitszähne. Der Grund für die Varianz liegt in der Zahnentwicklung, die sowohl erblich bedingt, als auch durch nicht bekannte Faktoren in der Zahnkeimbildung entstehen können.
  2. Warum haben nicht alle Menschen gleich viele Weisheitszähne?
    Das unterschiedliche Vorkommen von Weisheitszähnen ist Teil der evolutionären Veränderung. In der menschlichen Entwicklung wurden die Weisheitszähne immer unnötiger, da unsere Nahrung immer weicher geworden ist. So „verkümmerten“ die Weisheitszähne allmählich. Das erklärt auch, warum die Anzahl der Zähne schwankt.
  3. Müssen meine Weisheitszähne gezogen werden?
    Wenn genügend Platz für die durchbrechenden Zähne besteht, muss man den Weisheitszahn nicht ziehen. Liegen diese jedoch schief oder verdreht im Kiefer, empfiehlt es sich die Weisheitszähne zu entfernen.
  4. Nach kieferorthopädischer Behandlung haben sich die Zähne wieder verschoben. Sind die Weisheitszähne daran schuld?
    Weisheitszähne können eine Ursache für einen erneuten Schiefstand sein, wenn der Kiefer zu klein ist und die Weisheitszähne keinen Platz haben durchzubrechen und somit Druck auf die restlichen Zähne aufbauen.
  5. Wie läuft eine Operation zur Entfernung der Weisheitszähne ab?
    Meist wird zuerst ein kleiner Schleimhautschnitt vorgenommen. Unter Schutz von wichtigen anatomischen Strukturen (z.B. Nerven, Nachbarzähne) werden die Weisheitszähne im Knochen so weit freigelegt, dass der jeweilige Weisheitszahn leicht und ggf. in mehreren Teilen entfernt wird.
  6. Wann müssen Weisheitszähne entfernt werde?
    Weisheitszähne sollten dann entfernt werden wenn sie schief oder verdreht im Kiefer liegen, wenn sie entzündet sind oder zerstört und somit nicht zu erhalten sind. Dieses kann nur mit einem Röntgenbild genau beantwortet werden.
  7. Wie macht sich eine Entzündung am Weisheitszahn bemerkbar?
    Bei einer ungünstigen Lage der Weisheitszähne kommt es zu Schmerzen, Schwellungen, Mundöffnungseinschränkungen und zur Vereiterung der Region.
  8. Kann ein Weisheitszahn Ursache einer Allgemeinerkrankung sein?
    Weisheitszähne mit entzündlichen Veränderungen können "Herde" für verschiedene Allgemeinerkrankungen sein.
  9. Braucht man für die Weisheitszahn OP eine Vollnarkose?
    Man kann die operative Entfernung der Weisheitszähne sowohl unter Lokalanästhesie als auch unter Vollnarkose durchführen. Hierbei ist zu beachten dass unter Lokalanästhesie maximal 2 Zähne entfernt werden sollten.  Bei einer Vollnarkose können ggf. alle 4 Zähne entfernt werden. Bei sehr schwierigen Fällen oder bei sehr ängstlichen Patienten empfiehlt sich eine Vollnarkose.
  10. Weshalb muss bei der Weisheitszahnentfernung operiert werden?
    Das liegt an der meist ungünstigen Lage der Weisheitszähne. Sie liegen häufig schief, ungünstig gedreht oder so verkantet am vorderen Zahn, das sie ohne Operation überhaupt nicht zu erreichen und somit entfernbar sind.
  11. Können vier Weisheitszähne gleichzeitig entfernt werden. Gibt es häufiger Komplikationen?
    Ja allerdings empfiehlt es sich vier Weisheitszähne in Vollnarkose zu entfernen. Komplikationen nach Weisheitszahn Entfernung liegen bei ca. 2%.
  12. Ist die operative Entfernung von Weisheitszähnen schmerzhaft?
    In örtlicher Betäubung spürt man nur einen Druck, jedoch keinen Schmerz während der OP. Wenn nach der Weisheitszahnentfernung Schmerzen auftreten, sind diese leicht mit Schmerztabletten zu behandeln.
  13. Wird es nach der OP anschwellen?
    In den meisten Fällen kommt es zu einer dezenten Schwellung die jedoch ab dem dritten Tag zunehmend weniger wird.
  14. Wie verhalte ich mich nach einer OP?
    Je nach Schwierigkeit sollte man sich 1-3 Tage körperlich schonen. Zudem sollte besonders am OP-Tag von außen gekühlt werden. Hierfür eignen sich besonders gut kalt-feuchte Waschlappen, oder Coolpacks in ein Handtuch gewickelt, die an die Wange gehalten werden.
  15. Müssen Weisheitszähne ersetzt werden?
    Nein, die Weisheitszähne sind die letzten Zähne in der Zahnreihe und müssen deshalb nicht ersetzt werden.

Zahnentfernung

  1. Warum muss ein Zahn gezogen werden?
    Wenn ein Zahn durch Karies sehr tief zerstört ist, oder weil ein Stück abgebrochen ist. Wenn der Zahnhalteapparat stark abgebaut ist, oder eine starke Entzündung vorliegt, dann kann ein Zahn nicht mehr erhalten werden und muss entfernt werden.
  2. Was für Alternativen gibt es zum Zahnziehen?
    Wenn ein Zahn trotz Wurzelbehandlung eine Entzündung an der Wurzelspitze hat, kann Versucht werden den Zahn durch eine Wurzelspitzenkappung (WSR) zu retten. Ansonsten gibt es zu den oben aufgeführten Gründen keine Alternative außer den Zahn zu ziehen.
  3. Muss ich vor der OP ein Antibiotikum nehmen?
    Bei einem sonst gesunden Menschen, ist dies nur bei sehr ausgedehnten, akuten Entzündungen erforderlich. Ansonsten nur nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt oder Zahnarzt.
  4. Ich nehme Blutverdünner (Marcumar, ASS) was muss ich vor einer OP beachten?
    Je nach Grund der Medikamenteneinnahme und unter Berücksichtigung des Umfanges der bevorstehenden OP, sollte dies mit Ihrem behandelnden Arzt oder Zahnarzt besprochen werden.
  5. Kann ich meine Prothese nach dem Zahnziehen gleich tragen?
    Ja, dies ist sogar sehr zu empfehlen da Ihre Prothese auch die Wunde schützt.
  6. Muss ich nach dem Zahnziehen mit der Zahnlücke nach Hause?
    Nein, man kann jeden Zahn, auch wenn es gleichzeitig mehrere Zähne sind, durch eine sogenannte Interimsprothese ersetzen. Man muss keinesfalls mit einer Lücke nach Hause gehen.
  7. Kann nach dem Zahnziehen gleich ein Implantat eingesetzt werden?
    Ja, aber dies muss immer als individuelle Lösung mit Ihrem behandelnden Arzt oder Zahnarzt abgesprochen werden.
  8. Was muss ich beim Essen beachten?
    Sie können alles Essen, jedoch zurückhaltend mit Milchprodukten, koffeinhaltigen Getränken, sowie heißer Nahrung und Getränken sein.
  9. Ist es möglich Zähne unter Narkose zu ziehen?
    Ja, wenn Sie sehr große Angst vor einer Behandlung in Lokalanästhesie haben, oder wenn eine Lokalanästhesie zur Ausschaltung von Schmerzen nicht ausreichend ist.
  10. Können kaputte Zähne krank machen?
    Ja, wenn eine chronische Entzündung vorliegt.

Wurzelspitzenresektion

  1. Wird bei einer Wurzelspitzenkappung ( WSR ) geschnitten?
    Ja, es erfolgt ein sehr kleiner Schleimhautschnitt in der Mundhöhle.
  2. Kann ich danach essen?
    Sie können alles Essen, jedoch zurückhaltend mit Milchprodukten, koffeinhaltigen Getränken, sowie heiser Nahrung und Getränken sein.
  3. Welche Alternative gibt es zur Wurzelspitzenkappung (WSR)?
    Die Extraktion d.h. das Entfernen des jeweiligen Zahnes.
  4. Was bringt eine Wurzelspitzenkappung (WSR)?
    Die Wurzelspitzenkappung (WSR) sollte als der letzte Versuch angesehen werden den Zahn zu erhalten. Beim Ausbleiben oder Scheitern einer solchen Behandlung muss der Zahn gezogen werden.
  5. Tut es weh?
    Nein, bei ausreichen Wirkung einer Lokalanästhesie spüren Sie nur Druck und Vibration aber keinesfalls Schmerzen.
  6. Kann ich nach dem Eingriff sprechen?
    Ja.
  7. Wie lange falle ich beruflich aus?
    Wenn es sich um einen Zahn handelt, der nur eine Wurzel hat, dann kann man normalerweise gleich am nächsten Tag wieder arbeiten. Bei mehrwurzeligen Zähne könnte es sein das man ein bis zwei Tage ausfällt.
  8. Wie lange dauert die OP?
    Je nachdem um welchen Zahn es dabei geht, zwischen 20 Minuten. und 1 Stunde.
  9. Was für Materialien benutzen Sie?
    Wir arbeiten mit den modernsten Materialien die aktuell auf dem Markt sind und ausreichend wissenschaftlich belegt sind. Dazu gehören Mineral-Trioxid- Aggregat –Zement (MTA) und Super EBA-Zement. Zudem wird mit mikrochirurgischen Instrumenten gearbeitet um beste Ergebnisse maximal gewebeschonend zu erreichen.
  10. Warum sollte das unter dem Mikroskop durchgeführt werden?
    Weil mit Hilfe eines Mikroskops eine bessere Übersicht erreicht werden kann, die von erheblicher Bedeutung bei einer Wurzelspitzenkappung ist, da es sich dabei oft um einen anatomisch schwer einsehbaren Bereich handelt. Zudem kann hierdurch noch gewebeschonender gearbeitet werden.
  11. Kostet eine WSR etwas? Oder zahlt das meine Krankenkasse?
    Eine einfache Wurzelspitzenkappung ohne mikrochirurgische Maßnahmen ist eine Kassenleistung bei gesetzlich Versicherten. Für eine Zusatzvereinbarung bei der Anwendung von mikrochirurgischen Maßnahmen und dem sehr teuren MTA-Zement müssen Sie mit Kosten zwischen 120 und 280 Euro pro Zahn rechnen. Private Krankenversicherungen übernehmen im Regelfall alle aufkommenden Kosten.
  12. Kann die Entzündung an der Wurzelspitze auch auf Nachbarzähne übergreifen?
    Ja, bei sehr langen chronischen Verläufen.
  13. Gibt es keinen anderen Weg die Entzündung zu behandeln?
    In frühen Stadien kann eine Wurzelbehandlung versucht werden. Bei fortgeschrittener Entzündung kann nur eine Wurzelspitzenkappung (WSR) zum Ziel führen.
  14. Welche Folgen hat eine Wurzelspitzenkappung (WSR)?
    Bei einer erfolgreichen Behandlung kann der Zahn gerettet werden und der auf dem Zahn befestigte Zahnersatz (Krone, Brücke etc.) kann weiter getragen werden.
  15. Ich hatte schon mal eine WSR und habe jetzt wieder eine Entzündung. Kann man einen Zahn auch zweimal kappen? Wird dieser nicht zu kurz?
    Man kann einen zweiten Versuch durchführen. Dieses muss immer individuell betrachtet werden. Auch wenn der Zahn beim zweiten Mal erneut gekappt wird, sollte er noch eine ausreichende Länge haben.
  16. Was ist besser: Eine Wurzelspitzenkappung (WSR) oder die Extraktion?
    Wenn man einen Zahn durch eine Wurzelspitzenkappung (WSR) noch retten kann, dann ist die Wurzelspitzenkappung (WSR) immer besser. Einen Zahn ziehen kann man immer noch, aber man sollte auch die Folgen einer Zahnlücke betrachten.
  17. Sollte nach einer Wurzelbehandlung eine Wurzelspitzenkappung (WSR) durchgeführt werden?
    Nicht zwangsläufig, wenn eine Wurzelbehandlung erfolgreich die Entzündung zum Ausheilen bringt, dann kann auf eine Wurzelspitzenkappung (WSR) verzichtet werden.
  18. Ich habe eine eitrige Entzündung die auch anschwillt. Kann man mit einer Wurzelspitzenkappung (WSR) helfen?
    Ja, wenn die Entzündung nicht sehr ausgedehnt ist. Dies kann mit einem Röntgenbild schnell eingeschätzt werden.
  19. Kann man einen gekappten Zahn auch überkronen?
    Ja, bei erfolgreicher Wurzelspitzenkappung (WSR).
  20. Wie lange muss ich warten bis der gekappte Zahn überkront werden kann?
    Am besten sollte man sechs Monate warten.
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